© Foto: Buchheim Museum, Foto: W. Englisch

Das Museum am See

Kunst, Architektur und Natur

Die Sammlung des Buchheim Museums geht online! Seit Montag, 30. September 2019, sind die ersten 104 Werke unter der Adresse sammlung.buchheimmuseum.de zu sehen. Es werden kontinuierlich weitere Werke eingestellt.

Pressemeldung


Das Buchheim Museum ist ein Erlebnis, das alle Sinne anspricht. Wer das Museum besucht, erlebt es aus drei Perspektiven.

Kunst: Das Museumskonzept von Lothar-Günther Buchheim vereint vier Sammlungen unter einem Dach: Im Zentrum steht die berühmte Expressionistensammlung mit Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und Druckgraphiken. Das Museum ist aber auch Völkerkundemuseum und Volkskundliche Sammlung. Die „Nebensammlungen“ umfassen Kunsthandwerk aus aller Welt, bayerische Volkskunst, Kultgegenstände aus Afrika und anderen außereuropäischen Ländern. Schließlich zeigt das Museum auch Werke des Künstlers Lothar-Günther Buchheim. Wechselnde Ausstellungen ergänzen die Lebendigkeit des Museums.

Architektur: Günter Behnisch hat für die Buchheimschen Sammlungen eine mehrgliedrige und abwechslungsreiche Architektur geschaffen, die die außergewöhnliche Vielfalt der Kunstwerke widerspiegelt. Der langgestreckte, zum Teil in den Hang hineingebaute Baukörper endet in einem zwölf Meter über dem See schwebenden Steg.

Natur: Das Buchheim Museum liegt nördlich von Bernried im Höhenrieder Park direkt am Ufer des Starnberger Sees. Ein Spaziergang durch den Park ist ein einzigartiger Natur- und Kunstgenuss. Alte Baumgruppen, verwunschene Teiche, Pagoden, Skulpturen und andere Kunstwerke säumen den Weg vom Besucherparkplatz zum Museumsgebäude. Bei schönem Wetter kann man bis zur Alpenkette blicken.

Träger des Buchheim Museums ist die Buchheim Stiftung.



Das lebendige Museum

Das Buchheim Museum vereint nicht nur Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik der Expressionisten und Volks- und Völkerkundliches wie Kult- und Gebrauchsgegenstände aus Afrika und Asien, Arbeiten von Autodidakten und Kunsthandwerk aus aller Welt unter einem Dach. Das Museum ist auch Zentrum permanenter Aktivitäten.

Die Grafik der Brücke-Maler Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff und anderer Expressionisten - etwa Max Beckmann - wird drei Mal im Jahr ausgewechselt.

Sonderausstellungen mit Arbeiten von Künstlern der klassischen Moderne wie zum Beispiel von Picasso, Léger, Miró, Chagall und Rouault, zu ethnologischen Themen oder anderen Werkgruppen der Buchheimschen Sammlungen stellen immer neue Bereiche der außergewöhnlich reichen und vielfältigen Sammlungen vor.

Veranstaltungsblocks mit Konzerten, Lesungen, Schauspiel, Filmvorführungen, Vorträgen und der Möglichkeit für Kinder und Erwachsene im Labor der Phantasie einzelne Techniken selber zu erproben, helfen die einzelnen Komplexe der Sammlungen zu vertiefen.

Das Buchheim Museum ist das eines Malers und Künstlers. Die von Buchheim auf breiter Basis konzipierte Zusammenschau von Kirchner bis afrikanische Skulptur, von Picasso bis Teekanne oder von kostbarem Jugendstilglas bis banalem Alltagsgegenstand, mischt sich kaleidoskopartig zu immer neuen Bildern. Irritationen korrumpieren eingefahrene Sehgewohnheiten, entkräften gängige Kategorien und machen den Blick frei für eine neue Sicht der Dinge. Angeregt vom Maler Buchheim, der das Staunen vor den Wundern der Natur und den Werken, die der Mensch allerorten – kraft seiner Phantasie – hervorzubringen vermag, nicht verlernt hat und sie überall und immer wieder aufs Neue zu feiern versteht: „die Feste fürs Auge“.


Buchheim über sein Museum – Feste fürs Auge

„Ich höre mich nicht gern Sammler nennen, bin ich doch eher ein Zusammenträger und Wiederausbreiter, recht eigentlich ein Kunst-Demonstrator mit missionarischem Tick: Ich will Ideen und Vorstellungen verdeutlichen anhand meiner Bilder und Sammlungsstücke - z.B. die, dass Kunst nicht im Vakuum entsteht, sondern immer aus Kunst kommt. Eine im Kontext mit dem 'Nucleus' meiner Sammlungen der Expressionisten zusammengetragenen vielen 'Nebensammlungen' sollen das ad oculos verdeutlichen ...

Seit ich Kunst zusammentrage, hat mich immer am meisten solche auf Papier interessiert - die Holzschnitte, Lithographien, Radierungen der Expressionisten zumal: Das vervielfältigende Element fand ich so reizvoll wie den besonderen, der Grafik immanenten Ausdruck. In meinem Wunschmuseum sollen deshalb Bilder und grafische Blätter in 'gemischter Hängung' an die Wände kommen. Einfach Bild neben Bild zu reihen, erscheint mir noch heute als stumpfsinnig.

Mein Museum soll mehr sein als ein gängiges Museum. Sehr viel mehr sogar. Ein 'Forschungszentrum Deutscher Expressionismus' soll dazugehören, außerdem ständig wechselnde Ausstellungen mit dem Generalthema Expressionismus und aus meinen 'Nebensammlungen', die in den Kontext eines erweiterten Expressionismusbegriffs gehören - also auch Kunst der Primitiven,Volkskunst und Trivialkunst. Ich will z.B. auch afrikanische Kunst und Kunst der Südsee aus meinen Beständen vorführen und jenes Entdeckungserlebnis nachvollziehbar machen, das einige der 'Brücke'-Maler hatten, als sie zum ersten Mal über die Schwelle eines ethnografischen Museums getreten waren. Ich will Zusammenhänge und Zusammenklänge nicht etwa mit den üblichen, verquasten Reden, sondern direkt deutlich machen. Ich dachte eben weniger an steißtrommlerische Systematik als an Feste fürs Auge. Die Museumsbesucher wieder aktiv sehen lehren, ihnen Seherlebnisse verschaffen - darauf soll es mir mehr ankommen als auf Belehrung ... “

Lothar-Günther Buchheim


Otto Mueller, Zwei Mädchen im Schilf, 1924, Leimfarbe auf Rupfen, Buchheim Museum der Phantasie, Bernried am Starnberger See

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