Schule im Museum

Unterrichtsinhalte ergänzen und vertiefen


Hier einige Beispiele aus unserem Angebot für Schulen. Diese und weitere Themenschwerpunkte können Sie individuell mit Sabine Bergmann absprechen.

Eine Anmeldung etwa 2 Wochen vor Ihrem Besuch wäre wünschenswert.

Preis: 90 Minuten - 90 € (zzgl. Eintritt).

Informationen, Beratung und Buchung:

Sabine Bergmann, Tel. 08158-997050, E-Mail: sabine.bergmann@buchheimmuseum.de


Führungen und Workshops


Freunde schlagen Brücken – Die Künstlergruppe Brücke

Im Jahre 1905 gründeten Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl in Dresden eine Künstlergemeinschaft, die "Brücke". Ihr Name war Programm, denn sie wollten aufbrechen zu neuen Ufern und eine neue Kunst schaffen. Die Mitglieder pflegten eine ungewöhnliche Malweise: Mit schnellen Pinselstrichen und bunten Farben direkt aus der Tube gaben sie zum Ausdruck, was sie bewegte und legten den Grundstein für eine neue Kunstrichtung: den Expressionismus.

Können Freunde Brücken schlagen? Wie geht man vor, wenn man eine außerordentliche Idee hat und sie liebend gern verwirklichen will? Die Brücke-Künstler zeigen es uns: Als sie sich zu einer Künstlergruppe zusammenschlossen, waren sie jung, gerade mal fertig mit dem Studium und träumten von Großem: Sie wollten eine neue Kunst schaffen und glaubten fest an ihr Ziel. Welche Wege sie einschlugen, wie es ihnen gelang, ihr Vorhaben in Taten umzusetzen und welch wichtige Rolle Freundschaft dabei spielte, erfahren wir bei diesem Rundgang.

Ziel dieser Führung ist es, den Kindern die Geschichte und die wegweisende Bedeutung der Künstlergruppe Brücke innerhalb des Expressionismus zu vermitteln. Besonderes Gewicht liegt dabei auf dem Aspekt einer festen, aber aufgeschlossenen Gemeinschaft – die Grundlage für einen weitreichenden Erfolg. Was unterscheidet expressionistische Malerei von der herkömmlichen, wie befruchteten sich die Mitglieder gegenseitig, welche Vorteile gab es, gemeinsam aufzutreten und was passierte, als sich die Gemeinschaft im Jahr 1913 auflöste? Vor Meisterwerken des Expressionismus lernen die Kinder spielerisch die Mitglieder der "Brücke" kennen, erzählen aus dem Erfahrungsschatz eigener Freundschaften und Ideen, tauchen ein in neue Farbwelten, stellen Szenen nach und führen aufregende Geschichten zu Ende. Dass man zusammen viel mehr zu stemmen vermag als allein, wird ihnen klar, wenn sie eigene Bildideen formulieren, sich zu Künstlergruppen zusammenschließen, gemeinsam malen und ihre Werke präsentieren.

Auf Ihr Kommen freut sich Anne Funck.

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Zirkus – Ein fantastisches Spektakel

Ob in Werken der Expressionisten, originellen Skulpturen des Autodidakten Hans Schmitt oder Hinterglasbildern und Laubsägearbeiten Lothar-Günther Buchheims selbst – die glamouröse Welt des Zirkus zieht sich wie ein roter Faden durch die Sammlungen des Museums der Phantasie. Lothar-Günther Buchheim war dem Zirkus leidenschaftlich verbunden, und in den Nachkriegsjahren, als Vergnügen und Ausgelassenheit von alltäglichen Sorgen und Pflichten übertönt wurden, begann er fröhliche Figuren zu sägen und Clowns auf Glas zu malen, die Schweine dressierten und allerlei Kunststücke einübten – inmitten der gefüllten Zuschauerränge ...

Manege frei! Die Zuschauer sind in Spannung, der Vorhang öffnet sich, Licht durchflutet das Zirkuszelt, und mit dem Trommelwirbel treten die ersten Zirkuskünstler auf: Biegsame Akrobaten, dann folgen schon die lustigen Clowns und elegante Dompteure, die ihre Nummern zur Schau stellen. Was bieten sie dar, wie sind sie gekleidet und wer gehört noch zum Zirkus? Anhand von bunten Bildern, afrikanischen Schnitzereien und fröhlichen Holzsägearbeiten beratschlagen wir, welche Zirkusnummern ein aufregendes Programm gestalten, wie man Tiere dressiert und welche Kostüme uns am besten gefallen. Und wenn die Zirkusreiterin ihre Nummer mit Bravour gemeistert hat, klatschen wir einen kräftigen Applaus. Wer will es auch einmal ausprobieren? Eingereiht zu sein im Pferdegalopp, Elefantenmarsch oder die Balance auf einem Seil zu halten ist manchmal gar nicht so einfach – doch Übung macht den Meister und eines ist sicher: In jedem von uns steckt ein Zirkuskünstler! Nach der Vorstellung des legendären Zirkus Buffi malen wir unsere Lieblingsnummer auf ein Zirkusbild, das wir mit selbstgeschnittenen Luftschlangen und Konfettis bekleben.

Ziel dieser Führung ist es, ausgehend von den Erfahrungen der Kinder, die kindliche Fantasie anzuregen und das komplexe Gefüge Zirkus samt seiner schillernden Seiten mit allen Sinnen zu erkunden. Bunte Geschichten, Such- und Bewegungsspiele sowie eigenes kreatives Gestalten machen den Museumsbesuch zu einem unvergesslichen zirzensischen Erlebnis.

Auf Ihr Kommen freut sich Anne Funck.

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Im Zeichen der Farbe – Gemälde und Aquarelle der „Brücke“- Künstler

Nach der braun- und grautonigen Malerei des 19. Jahrhunderts entdeckten die "Brücke"-Maler Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Max Pechstein und Emil Nolde die Kraft der reinen, ungebrochenen und ungemischten Farbe. Sie befreiten die Farbe von der Aufgabe bloßer Gegenstandsbeschreibung und sahen sie als eigenständigen Ausdrucks- und Gestaltungswert. Durch die Gegenüberstellung kontrastierender Farben steigerten sie deren Intensität.

Vor den Gemälden und Aquarellen der "Brücke"- Mitglieder können mit den Schülerinnen und Schülern Charakteristika der "Brücke"-Malerei und der Anfänge des Expressionismus erarbeitet werden. Dabei können auch farbtheoretische Aspekte berührt werden bzw. kurze Exkurse in die Gewinnung von Farben heute und in vorindustrieller Zeit stattfinden.

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Bilder und Sinnbilder – Parallelen von Malerei und Lyrik im Expressionismus

Das Gründungsdatum der Künstlergruppe "Brücke" vor 100 Jahren bezeichnet, in kulturhistorischem Kontext gesehen, den Entstehungsmoment einer neuen Kunst – neuer Formen, Themen und Methoden innerhalb der Malerei, Literatur auch der Musik. Dies war die Revolte, der Protest einer jungen Generation von Künstlern in ganz Europa, gegen die Saturiertheit des "Bürgertums", das Verlauten von Menschlichkeit und Sehnsüchten in dieser Epoche.

Es gab zu diesem Zeitpunkt so gut wie keine gegenstandsparallele Gestaltung mehr, die Künstler suchten antinaturalistische Ausdrucksformen. Picasso, Léger, Braque, Brancusi, Kirchner, Schmidt-Rottluff, Wedekind, Rilke, Trakl, Heym – sie formulierten die Zerrissenheit der Welt, des Ichs in ihrer je eigenen künstlerischen Sprache. Worauf es in der Malerei ankam, den Ausdruck innerer Notwendigkeit als grundlegend kreativen Impuls, das findet sich auch in der Dichtung. Sowohl in der Malerei als auch in der Lyrik geschieht dieses grelle Ausleuchten von signifikanten Situationen, persönlichen, gesellschaftlichen. Sowohl in der Malerei als auch in der Lyrik wiederholt sich das Zerreißen von Raumgefügen – scheinbar feste, konstante Sinnzusammenhänge werden auseinandergenommen und nach inneren Gesetzen neu geordnet. Wirkungslinien und Strukturen werden nach eigenen Rhythmen verfolgt, um neue zeitgemäße Eindringlichkeit zu erreichen.

Diese Führung wird die parallelen Neuerungen des Stils und der Ausdrucksformen in Malerei und Lyrik nachvollziehbar machen. Georg Trakls flackernde, schwermütige Lyrik lässt Emil Nolde aufscheinen, die wildgrotesken Visionen Georg Heyms finden sich bei Kirchner wieder, der sezierende Blick Gottfried Benns hat seine Parallelen in graphischen Blättern Max Beckmanns.

Die Sammlung Buchheim gibt, besonders in ihrer gegenwärtigen Präsentation, anschauliche Beispiele dafür, wie Gefühle – mystische, erotische, religiöse Impulse simultan und parallel Thema der Lyrik sind und als visuelles Erleben in Malerei und Graphik eindringliche Interpretation einer Wirklichkeit sein können.

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