Idee und Realisierung

Wie das Museum seinen Platz fand


Lothar-Günther Buchheim verfolgt seine Idee, seine Expressionistensammlung in Nachbarschaft mit seiner volks- und völkerkundlichen Sammlungen zu zeigen und in einem eigenen Museum zu vereinen, seit über dreißig Jahren. Ob in seinem Wohnort Feldafing, in München oder Duisburg - Buchheims Museumskonzept wurde stets kontrovers diskutiert, polarisierte und stieß auf entschiedene Gegner ebenso wie auf heiße Verfechter.

Im Jahre 1995 sollten die Buchheimschen Sammlungen in Weimar eine endgültige Bleibe finden. Buchheim fühlte sich verpflichtet, dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber bei einem Besuch davon zu informieren, dass die Sammlungen außer Landes gingen. Dr. Stoiber erkannte sofort den Ernst der Lage, und strengte alle Kräfte an, um die Sammlungen in Bayern zu halten.

1996 wurde von Roland Ernst ein Architekturwettbewerb für das Buchheim Museum für den Standort Feldafing auf dem Gelände der von Emanuel von Seidl um 1900 errichteten Maffeivilla ausgelobt, als deren erster Preisträger Behnisch, Behnisch & Partner hervorging.

Die Planungen waren bereits weit fortgeschritten, als Museumsgegner in Feldafing ein Bürgerbegehren initiierten. Kurz darauf formierte sich die Gruppe der Feldafinger Freunde des Buchheim Museums zu einem Bürgerbegehren für das Museums, was im Frühjahr 1997 in einem Bürgerentscheid gipfelte, der mit der Ablehnung des Museumsbaus endete. An die Hundert Gemeinden und Städte bewarben sich daraufhin um das Museum. Die Wahl fiel schließlich auf Bernried und die traumhaften, unmittelbar am See gelegenen Parkanlagen der Klinik Höhenried.

Der 1. Bürgermeister und die Gemeinde unterstützten das Projekt nachhaltig. Am 18. Juni 1998 - in der Vorbereitungsphase der großen Ausstellung der Expressionistensammlung im Haus der Kunst in München - war der Spatenstich. Am 14.10.1999 konnte das Richtfest mit einer Rede des Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber gefeiert werden. Ende 2000 war das Gebäude im wesentlichen fertig gestellt. Ab Januar 2001 konnte mit der Inneneinrichtung begonnen werden.